Hast du dich bereits gefragt, wie wir ganz einfach mit der Humusrevolution die Welt retten können?

Dann bist du bereit für die Bodenpflege 2.0!

Humus, die dunkle, reichhaltige organische Substanz, die in gesunden Böden zu finden ist, ist eines der heiß diskutierten Themen in der Welt der nachhaltigen und regenerativen Landwirtschaft geworden. Und das aus gutem Grund: Humus kann nicht nur die Ernteerträge und die Bodengesundheit verbessern, sondern auch die Auswirkungen des Klimawandels bekämpfen und den Planeten retten.

Einer der wichtigsten Vorteile von Humus ist seine Fähigkeit, Wasser und Nährstoffe im Boden zu speichern. Das bedeutet, dass die Pflanzen gesünder sind und Dürreperioden oder starke Regenfälle überstehen können. Dies ist besonders wichtig in einer Welt, in der der Klimawandel zu immer extremeren Wetterlagen führt und in der die Wasser- und Ernährungssicherheit zu einem zentralen Anliegen wird.

Humus spielt auch eine entscheidende Rolle bei der Kohlenstoffspeicherung. Wenn dem Boden organisches Material zugeführt wird, wird es von Mikroorganismen zu Humus abgebaut. Bei diesem Prozess wird der in der organischen Substanz enthaltene Kohlenstoff im Boden gespeichert und nicht als Kohlendioxid in die Atmosphäre abgegeben. Dies trägt dazu bei, die Menge der Treibhausgase in der Atmosphäre zu verringern und die Auswirkungen des Klimawandels abzuschwächen.

Neben der Verbesserung der Bodengesundheit und der Bekämpfung des Klimawandels kann Humus auch die Ernteerträge signifikant steigern. Humusreiche Böden können die Ernteerträge um bis zu 30% steigern und auch die allgemeine Gesundheit der Pflanzen verbessern. Ziemlich wichtig für eine Welt, in welcher die Bevölkerung stetig wächst und fruchtbare, bewirtschaftbare Flächen knapp werden.

Wie baue ich Humus auf?

Die gute Nachricht ist, dass es nicht schwierig ist, den Humusgehalt des Bodens zu verbessern. Es gibt viele einfache, natürliche Möglichkeiten, wie z. B. die Zugabe von organischem Material zum Boden, die Verwendung von Bodendeckern und Kompost. Mit diesen einfachen Maßnahmen trägst du bereits dazu bei, die Gesundheit des Bodens zu verbessern, den Kohlenstoff-Fußabdruck zu verringern und einen generell positiven Einfluss auf die Umwelt auszuüben.

Mit diesen einfachen Schritten kannst du Humus in kurzer Zeit aufbauen und deinen Boden nachhaltig verbessern:

  • Kompost hinzufügen: Ein guter Kompost verbessert die Bodenstruktur und bietet deinen Pflanzen wertvolle, verfügbarbare Nährstoffe. Wie du einen belüfteten Kompost selbst bauen kannst, erfährst du hier!
  • Minimale Bodenbearbeitung: Die Vermeidung von starker Bodenbearbeitung durch minimale Belüftungstechniken hat sich in der regenerativen Landwirtschaft bewährt. Anstatt tief gepflügt, wird oberflächlich belüftet und gelockert – auch das spielt eine wichtige Rolle für die Bodengesundheit.
  • Gründünger nutzen: Leguminosen haben die Fähigkeit, den Stickstoff aus der Luft durch so genannte Knöllchenbakterien (Rhizobien) im Boden zu fixieren. Zwischenkulturen mit diversen Schmetterlingsblütlern wie Bohnen, Erbsen, Lupinen, Klee, Luzerne lohnt sich also nicht nur für eine abwechslungsreiche Zwischensaat und Ernte, sondern auch um gleichzeitig den Boden aufzubauen und Nährstoffe für starkzehrende Folgekulturen verfügbar zu machen. Statt brachliegenden Flächen findet eine Dauerbegrünung statt – die gleichzeitig den Boden aufbaut.
  • Mulchen: Mulchen ist eines der zentralen Elemente im Humusaufbau, denn der Boden bleibt bedeckt und speichert mehr Wasser, Unkräuter machen dir nicht das Leben schwer und die Bodenlebewesen und Mikroorganismen können in Ruhe arbeiten. Als Materialien eignen sich zum Beispiel Rasenschnitt, Holzschnitzel, Laub, gehäckselte Schnittreste, Stroh und vieles mehr. (Einen spannenden Artikel zum Thema Mulch findest du hier!)

Und was bedeutet „Humusrevolution“ eigentlich?

Einerseits nimmt aktuell Kohlendioxid durch massive Emissionen weltweit zu, andererseits schwindet die Bedeckung der Erdoberfläche mit einer schützenden Humusschicht. Bei der Humusrevolution geht es nicht nur um die Verbesserung der Ernteerträge oder die Umkehrung des Klimawandels, sondern um die Schaffung einer nachhaltigen und regenerativen Zukunft für alle. Wenn wir die Bedeutung von Humus verstehen und wissen, wie wir ihn immer und überall aufbauen, können wir dazu beitragen, dass unser Planet auch für kommende Generationen gesund und bewohnbar bleibt.

Das Buch „Die Humusrevolution“ von Ute Scheub und Stefan Schwarzer zeigt: „Ein globaler Humusaufbau von nur einem Prozent würde genügen, um den CO2-Gehalt der Atmosphäre auf ein ungefährliches Maß zu senken. Was einfach klingt, ist es auch […].“

Global gesehen ist die »Humusrevolution« deshalb der wichtigste Hoffnungsträger für weltweite Ernährungssouveränität – sowie für den Kampf gegen Klimaextreme, Armut und Migration. Und das Beste daran: Jede*r kann sofort anfangen und mithelfen.

Referenzen und weiterführende Infos:

Ute Scheub, Stefan Schwarzer (2017): Die Humusrevolution: Wie wir den Boden heilen, das Klima retten und die Ernährungswende schaffen. Oekom Verlag. https://www.oekom.de/buch/die-humusrevolution-9783865818386

Humusaufbau – Wie gesunder Humusboden zum Klimaschutz beiträgt. Online publiziert: https://www.wwf.at/artikel/humusaufbau-klimaschutz/

Thomas Heiss (2021): Humusaufbau im Garten: Die besten Tipps. Online publiziert: https://www.mein-schoener-garten.de/gartenpraxis/humusaufbau-43207